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Sonorarium
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Wörtliche oder geglättete Transkription: Was Sie brauchen und wie Sie sie bekommen

Die Unterschiede zwischen wörtlicher, einfacher (geglätteter) und redigierter Transkription – mit demselben Beispiel in jedem Stil, Einsatzbereichen und dem, was eine automatische Transkription liefert.

Sonorarium-Team 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Eine wörtliche Transkription gibt alles genau so wieder, wie es gesagt wurde (Füllwörter, Wiederholungen, Satzabbrüche); eine geglättete entfernt diese Merkmale gesprochener Sprache, respektiert aber, was jede Person gesagt hat; eine redigierte schreibt den Text so um, dass er sich wie Geschriebenes liest. Für Diskursanalyse wörtlich; für die meisten Interviews, Abschlussarbeiten und journalistische Texte geglättet; zum Veröffentlichen redigiert.

Dieselbe Passage in allen drei Stilen

Wörtlich:

Äh… also, na ja, wir, wir haben angefangen, äh, online zu verkaufen im, im Zwanzig, im März Zwanzig, weißt du, als alles zugemacht hat. (Pause) Und das war, puh, das war der Wahnsinn.

Geglättet:

Also, wir haben im März 2020 angefangen, online zu verkaufen, als alles zugemacht hat. Und das war der Wahnsinn.

Redigiert:

Im März 2020, als die Pandemie alles lahmlegte, begannen wir mit dem Onlineverkauf – eine überwältigende Erfahrung.

Die geglättete Fassung bleibt treu: Sie verändert weder den Sinn noch wichtige Wörter. Die redigierte ist bereits ein Text der interviewenden Person.

Wann Sie welchen Stil brauchen

Stil Was er enthält Wofür
Wörtlich Alles: Füllwörter, Wiederholungen, Pausen, Lachen, Satzabbrüche Diskurs- und Konversationsanalyse, Psychologie, Beweismaterial im juristischen Kontext
Einfach / geglättet (z. B. nach Dresing & Pehl) Das Gesagte, ohne Füllwörter und Zögern Qualitative Interviews, Abschlussarbeiten und Forschung, Journalismus, Protokolle
Redigiert Umgeschriebener, geglätteter Text Artikel, Interviewbücher, Webinhalte

Wenn Sie das Transkript als Forschungsdaten nutzen, klären Sie den Stil vorher mit Ihrer Betreuung oder Ihrer Methodik: Ein Wechsel mittendrin bedeutet, alles erneut zu prüfen.

Was eine automatische Transkription liefert

Spracherkennungsmodelle wie Whisper erzeugen etwas, das einer einfachen, geglätteten Transkription sehr nahekommt: Sie setzen Satzzeichen wie in geschriebenem Text und lassen viele Füllwörter („äh“, „also“, „halt“) und Wiederholungen weg. Das ist, was die meisten brauchen – und es spart viel Arbeit.

Daraus folgt zweierlei:

  • Brauchen Sie eine geglättete Transkription, genügt das Prüfen: Namen, Zahlen und vereinzelt falsch verstandene Sätze beim Anhören korrigieren.
  • Brauchen Sie streng wörtlich, müssen Sie beim Prüfen die für Ihre Analyse relevanten Füllwörter, Wiederholungen und Pausen ergänzen. Der synchronisierte Editor hilft: Ein Klick auf den Satz spielt genau diesen Ausschnitt ab.

Nützliche Konventionen für wörtliche Transkripte

Wenn Ihre Analyse es verlangt, nutzen Sie einfache, einheitliche Zeichen:

  • (Pause) oder (3 s) für relevante Stille.
  • [lacht], [hustet], [Geräusch] für Nicht-Sprachliches.
  • [unverständlich 00:12:45], wenn etwas nicht zu verstehen ist, mit Zeitstempel.
  • … für abgebrochene Sätze.
  • [Name], [Firma] zur Anonymisierung.

In der Konversationsanalyse werden detailliertere Systeme genutzt (etwa GAT 2 oder die Jefferson-Notation mit Überlappungen und Intonation). Dann dient die automatische Transkription als Entwurf, die Notation ergänzen Sie von Hand.

So erhalten Sie jeden Stil – Schritt für Schritt

  1. Laden Sie die Aufnahme in das Transkriptionstool und wählen Sie die Sprache.
  2. Prüfen Sie den Text, während Sie das Audio im Editor anhören.
  3. Für wörtlich ergänzen Sie Füllwörter, Pausen und Zeichen; für geglättet korrigieren Sie nur Fehler; für redigiert laden Sie Word herunter und schreiben dort um.
  4. Laden Sie das Ergebnis als Word (oder TXT) herunter und bewahren Sie das Original-Audio auf, falls jemand ein Zitat prüfen muss.

Häufige Fragen

Ist eine geglättete Transkription in einer Abschlussarbeit zulässig? Für die meisten thematischen und inhaltsanalytischen Auswertungen ja. Untersucht Ihre Methodik, wie etwas gesagt wird (und nicht nur was), brauchen Sie wörtlich.

Kann ich die KI dazu bringen, alle Füllwörter mitzuschreiben? Nicht zuverlässig: Die Modelle sind darauf trainiert, lesbaren Text zu erzeugen. Sie beim Prüfen zu ergänzen, ist am sichersten.

Und für Zitate in der Presse? Geglättet: Füllwörter dürfen weg, aber weder Wörter noch Sinn verändert werden. Im Zweifel das Audio anhören. Mehr Tipps unter Interview transkribieren.